Trivialliteratur eines Begabten
• • • • •   (bewertet mit 3 von 5 Punkten)

Der Roman lebt vom Gegensatz seiner beiden Hauptfiguren, dem Christen Kara Ben Nemsi und dem Moslem Hadschi Halef Omar, und so dienen schon in den ersten Zeilen die Bekehrungsbemuehungen des Letzteren als ein gekonnter und amuesanter Einstieg, der gleich das Leserinteresse entflammt.
Was wie ein Kriminalfall beginnt, die beiden Helden finden eine Leiche mitsamt den Moerdern mitten in der Wueste, ist die Einfuehrung in alle weiteren Abenteuer des Orientzyklus. Man lernt nach und nach die einzelnen Protagonisten kennen, die dann in den weiteren Baenden immer wieder auftauchen, und natuerlich erfaehrt man auch einiges ueber Land und Leute. Der Autor zeichnet ein ziemlich treffendes Bild des Orients, wie er in weiten Teilen auch heute noch ist. Es herrschen Korruption und Aemterwillkuer, es gibt keine Menschenrechte und oft sind es garnicht die wichtigtuerischen Machos, die die Hosen anhaben, sondern ihre Frauen. Dabei ist der Autor niemals belehrend, sondern der Leser erfaehrt quasi nebenbei und oft in humorigen und witzigen Episoden von diesen Realitaeten.
Gut gefaellt mir auch wie die Landschaft in die Handlung eingebaut wird, so etwa der Schott Dscherid ganz am Anfang der Geschichte, der das Szenario einer dramatischen Verfolgungsjagd ist. Dieser von einer duennen Salzkruste ueberzogene See mitten in der Wueste, in dem Kara und Halef einzubrechen und zu ertrinken drohen, und dessen geographische Besonderheiten vom Autor sehr ausfuehrlich beschrieben werden, ist in diesem Abschnitt das tragende Handlungselement.
Der Autor spinnt den Faden seiner Reiseerzaehlung phantasievoll und auch routiniert immer weiter und macht dabei gelegentlich groessere Spruenge in Raum und Zeit. Dabei ist er aber sorgsam bedacht die wesentlichen Handlungslinien immer wieder zusammenzufuehren.
Die Schreibweise Karl Mays ist sicherlich ziemlich altmodisch und sein Weltbild ganz schoen verstaubt. Auch werden die ausfuehrlichen Schilderungen und Dialoge etwas langweilig und penetrant, wenn man Machart und Stil dieses Werkes erstmal durchschaut hat. Darueberhinaus sind auch einige seiner Zitate im Arabischen falsch und ausserdem in einem Transkriptionssystem geschrieben, das es heute nicht mehr gibt. Dennoch ist es ein unterhaltsames und spannendes Erlebnis mit diesem phantasiebegabten und belesenen Autor wenigstens fuer ein Buch lang auf Abenteuerreise zu gehen
Eine Rezension von Tielo "Weltenbummler" > Mannheim
vom 24. Mai 2009
Kundenrezensionen:
16. Sehr schöne Geschichte aber sehr schwierig
15. Für alle Fans von Abenteuerromanen ein muß
14. Unterhaltsam und tatsächlich auch lehrreich
13. Trivialliteratur eines Begabten (die aktuell angezeigte Rezension)
12. Der Mittlere Osten, wie er früher war
11. Spaß beim Schreiben
10. Ein Klassiker der Abenteuerliteratur
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Gesammelte Werke Bd.2, Durchs wilde KurdistanGesammelte Werke Bd.2, Durchs wilde Kurdistan
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In den Schluchten des Balkan. Gesammelte Werke Bd. 4
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Der Schut. Gesammelte Werke Bd. 6
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